Die Lange Nacht der Wissenschaften am IKZ

von Henning Seelmeyer

Am Samstag, den 13.6., öffneten 67 wissenschaftliche Einrichtungen ihre Tore und baten neugierige Besucher herein. Forscherinnen und Forscher bemühten sich die Fragen der andrängenden Besuchermenge zu ihren Fachgebieten möglichst anschaulich zu beantworten.

Mit Rücksicht auf die Familien begann die Lange Nacht der Wissenschaften wie auch schon im letzten Jahr bereits um 17:00 Uhr und dauerte bis 01:00 Uhr nachts. Die kinderfreundlichen Öffnungszeiten, ein breites Mal- und Bastelangebot in den Instituten und eine bunte Hüpfburg sorgten am Wissenschaftsstandort Adlershof für viele vergnügte Kindergesichter.

Im adlershofer Institut für Kristallzüchtung (IKZ) der Leibniz Gemeinschaft konnten die jungen Forscher an vielen Stationen unter kompetenter Anleitung mit den Eigenschaften von Kristallen experimentieren. Insbesondere der piezoelektrische Effekt hat es den Besuchern angetan. Durch Druckausübung auf einen Kristall wird dabei proportional zur Kraft eine messbare Spannung erzeugt. Begeistert wurden kleine Wettkämpfe im Kräftemessen am Kristall ausgetragen. So manch ein Familienvater stand dabei an Ehrgeiz seinen Sprösslingen in nichts nach, es galt schließlich den Rekord aus dem letzten Jahr zu knacken.  So sah man so manch einen noch schnell den Grillstand vor dem Institut aufsuchen, um sich frisch gestärkt noch einmal am Kristall zu versuchen. Das Kraftmessen ist aber nur eine der unzähligen Eigenschaften der Kristalle.

An anderer Stelle informierten die Forscher des Instituts über die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Kristallen in Autos, Computersystemen und der Solartechnik.

Durch die Experimentalstationen neugierig geworden, schlossen sich viele Besucher den Rundgängen durch das Institut an. „Sie wollen ja in erster Linie etwas sehen“, eröffnete Professor Klaus Jacobs schmunzelnd und lud zur Führung in die heiligen Hallen des Instituts ein. Der stellvertretende Institutsleiter erläuterte die bei der Kristallzüchtung auftretenden Anforderungen an Material und Maschine. Die Züchtung von Kristallen ist ein „ganz heißes Thema“ verrät Jacobs und verweist auf den Schmelzpunkt von Silicium, der etwa bei 1600°C liegt. Viele Besucher ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen um mal genauer nachzufragen. Von Wissensdurst getrieben, verlor auch die kleine Theresa Ziegler (11) ihr Scheu: „Sie haben gesagt, dass es schwierig ist Kristalle zu züchten. Können Sie das denn?“ Jacobs parierte auch diese Frage und erklärte Theresa in einfachen Worten die heikelsten Schritte der Kristallzucht.

Nicht nur die Professoren präsentierten sich freundlich und machten neugierig auf ihre Forschungsobjekte. Auch der wissenschaftliche Nachwuchs stand an den Stationen und gab munter Auskunft. Souverän erklärte Doktorand Michael Wünsche die komplizierten Zuchtmethoden der Kristalle und deren Einsatzmöglichkeiten. Nach seiner Motivation gefragt, warum er diesen Samstag eine Nachtschicht einschiebe, erklärt Wünsche „Wissenschaft ist für die Menschen da“, er wolle den Besuchern das Institut und die Kristalle näher bringen. Diesen edlen Gedanken schienen alle Forscher am Institut für Kristallzüchtung zu teilen. Nach dem Besuch hatte man das Gefühl, wieder ein wenig mehr verstanden zu haben.

Zum Abschied gesteht Theresa: „Ich mag Kristalle, weil sie so schön bunt sind.“ Zum Geburtstag hat sie sich schon einen Experimentierkasten für das Kristallzüchten gewünscht.  Beeindruckt von den hochmodernen Kristallzüchtungsanlagen kann sie es sich aber noch nicht vorstellen, später beruflich Kristalle zu züchten. Es ist eben doch ein ganz heißes Thema, hochtechnologisch und hochspannend dazu.

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