Warum braucht Wissenschafts-PR guten Journalismus?

In der Qualitätsdiskussion um Wissenschaftskommunikation (hier die informative Liste von Markus Anhäuser) wird über Leitlinien für beide Seiten, PR und Journalismus, gesprochen. Warum aber brauchen wir als Kommunikatorinnen überhaupt Qualitätsjournalismus? Wir machen unsere Magazine und TV-Beiträge selber, kaufen uns ehemalige Journalistinnen ein und betreiben Online-Kommunikation auf hohem Niveau. Also?

Hier vier Gründe, warum wir guten Wissenschaftsjournalismus brauchen.

1. Guter Journalismus ist wichtig, weil er schlechte PR von guter unterscheiden kann und die Berichterstattung entsprechend ist. Fehlt die Evidenz, wird eine Story ge-hyped, wird zu viel versprochen: es schadet allen, wenn schlechter Journalismus darauf hereinfällt. Jüngste Beispiele waren der angeblich bestandene Turing-Test und die Hurrikane mit weiblichen Namen, die vermeintlich gefährlicher sind als jene mit männlichen Namen. Wer beides googelt, findet zunächst einmal viele Nachrichtenseiten, die die Meldung ziemlich unhinterfragt übernommen haben, auch in der Süddeutschen.

2. Guter Journalismus ist ein unverzichtbares Korrektiv für schlechte Wissenschaft und schlechte PR (siehe 1).

3. Fehlen guter Journalismus und damit das Korrektiv (Punkt 2), droht sich schlechte PR durchzusetzen und gefährdet damit die Glaubwürdigkeit guter PR. Das ist einer der zentralen Gründe dafür, warum sich innerhalb der Wissenschaftskommunikationsszene die Qualitätsdiskussion entsponnen hat, siehe Siggener  Denkanstoß.

4. Schlechte PR schadet ziemlich schnell auch der Wissenschaft selbst. Lässt sich eine Wissenschaftlerin hypen, verliert sie rasch den guten Ruf in der eigenen Community.  Der „Quick Win“ der ungeprüften Veröffentlichung in einem Medium mit schlechtem Wissenschaftsjournalismus erweist sich als extrem gefährlich für das Objekt der Berichterstattung.

Insofern ist es gut, wenn sich alle Beteiligten Gedanken machen, wie die Wissenschaftskommunikation zu verbessern sei. Das Papier der Akademien ist ein guter Anfang. Mehr aber noch nicht, weil die Kommunikatoren nicht einbezogen waren und Online ebenso wenig. Das sind große Lücken. Beatrice Lugger weist in Ihrem Blogpost darauf hin.

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